Intimate Gazes 

2018

Inkjet Print (Digitale Collagen)

Mit der Ausstellung DISPLAY: exhib-it ! zeigt das Frauenmuseum zum zweiten Mal ausgewählte Abschlussarbeiten im Bachelor/Masterstudiengang - Lehramt Kunst, Institut für Kunst und Kunsttheorie, Universität zu Köln. Ausbreiten, entfalten, offenlegen – das DISPLAY versammelt und sortiert Dinge, Informationen und Anschauungen, ist Fläche und Raum bewusst gelenkten Zeigens. Neben den analogen Showrooms aus den Bereichen Kunst, Kultur und Konsum gewinnen die digitalen Oberflächen der Kommunikationsmedien immer größeren Einfluss. Das DISPLAY iniitiert Reaktionen: Fragen, Einsichten, Handlungen. Der Aufruf exhib-it ! – zeige es! – überträgt diesen komplexen Vermittlungsprozess in die zeitgenössische Kunstpraxis. DISPLAY: exhib-it ! entfaltet Positionen aus den Disziplinen Malerei, Skulptur, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie, Installation, zeitbasierte Medien/Film-Sound-Animation. Thematisch reflektieren die Arbeiten Sichtweisen von „ich + wir“, der interkulturellen Heimat und deren Traditionen, der Weltaneignung und -bewältigung in analogen wie digitalen „DISPLAYS“ der Gesellschaft.

"Einen wunderbaren Einstieg in die Ausstellung bietet die Werkreihe von Catherin Schöberl (*1994), welche unter dem Titel Intimate Gazes (2018) zusammengefasst sind. Die Zugänglichkeit der digitalen Fotocollagen zeichnen sich durch den Moment der Wiedererkennung aus: Schöberl rezipiert museale Gemälde, bekannter – meist niederländischer – Künstler wie Jan Vermeer oder Rembrandt van Rijn und nimmt sich der eigentlich sehr intimen Atmosphäre einer Interieusszene an. Dabei collagiert sie verschiedene Motive ineinander, sodass oftmals ein eigener Raum – eine heimelige Szenerie – innerhalb des eigentlich verwendeten Interieurs etabliert wird. So fokussieren ihre Arbeiten die rezeptive Schaulust, welche sie zur Skopopholie – zur krankhaften Neugier – erklärt, und den Rezipienten als auch die Protagonisten ihrer Arbeiten zu Voyeuren macht. Und ebenso wie der Betrachter eintaucht in die privaten Gemächer, intimen Beziehungen oder gedankenverlorenen Momente seines Gegenübers, tauchen die Protagonisten wiederum ein und werden zum dauerhaften Voyeur der inszenierten Privatheit."

LeFlash

© 2020 by Catherin Schöberl